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Aktuelles
Kariesprävention mit dem Laser
Mit Hilfe des Erbium-YAG-Lasers (Er:YAG-Lasers)
können "Entkalkungen der
Zahnhartsubstanz" (Demineralisationen)
gestoppt werden, wie Ergebnisse einer
asiatischen Studie zeigen. Idealerweise sollten
hierbei Energien zwischen 100 und 200 Millijoule
( mJ) eingesetzt werden. Laser finden zunehmend
Verbreitung in der Zahnmedizin und können auch
in der Behandlung von Zahnhartsubstanz
eingesetzt werden. Der Er:YAG-Laser, welcher bei
einer Wellenlänge von 2,94 µm emittiert
(arbeitet), wird in Wasser und Hydroxylapatit
(Bestandteil der Zahnhartsubstanz) stark
aufgenommen (absorbiert) und ist daher
potenziell für die Kariesprävention geeignet.
Forscher aus Taiwan und Singapur untersuchten
jetzt, bei welchen Energien sich Laser am
effektivsten zur Prävention von
Demineralisationen eignen. Menschliche
kariesfreie Molaren (große Backenzähne) wurden
mit einem Er:YAG-Laser (Opus 20®, Sharplan) bei
Energien von 100, 200 und 300 mJ bestrahlt. Nach
Demineralisation (18 Stunden, pH-Wert 4,5) und
anschließender Remineralisation (6 Stunden, pH-Wert
7,0) in einem pH-Cycling wurde die Tiefe der
entstandenen Zahnhartsubstanzdefekte (Läsionen)
lichtmikroskopisch bestimmt. Bei Energien von
100 und 200 mJ konnte ein eindeutig
schützender Effekt beobachtet werden,
nicht jedoch bei 300 mJ. Die Tiefe der Läsionen
konnte im Vergleich zur Kontrollgruppe um 32,78
Prozent und 26,93 Prozent verringert werden. Die
Forscher empfehlen daher, Energien in dieser Größenordnung
auch bei klinischer Anwendung des Er:YAG-Lasers
einzuhalten. Quelle: Liu, J-F et al.:
Optimal Er:YAG laser energy for preventing
enamel demineralisation. J of Dentistry 2006;
34: 62-66
Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung zu Zahnbehandlungen in den neuen EU-Mitgliedsländern:
"Kostenvorteil wird oft zum Kostennachteil - aufwändige und umfangreiche Behandlungen besser immer beim eigenen Zahnarzt vornehmen!"
Berlin, 6. Mai 2004 - Anlässlich der EU - Osterweiterung zum 1. Mai hat die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung, Vertretung der 55.000 Vertragszahnärzte in Deutschland, ausdrücklich vor einem unüberlegten Zahntourismus in die neuen Mitgliedsländer gewarnt. "Wir raten den Versicherten, sich ausgiebig und genau zu informieren, bevor sie sich für Zahnbehandlungen in den neuen osteuropäischen Mitgliedsländern entscheiden", sagte der KZBV-Vorsitzende, Dr. Jürgen Fedderwitz, heute in Berlin. Bei umfangreichen und aufwändigen Therapien mit Zahnersatz ... sei der Kostenvorteil in diesen Ländern auf den ersten Blick deutlich und darum sehr verlockend. "Aber gerade bei diesen Behandlungen ist eine intensive Nachsorge notwendig. Und sollten Nachbehandlungen notwendig sein, die der Behandler über einen festgelegten Zeitraum kostenfrei zu erbringen hat, so werden die hiesigen Zahnärzte diese Nachbesserungen an 'Auslandsversorgungen' in der Regel sicher nicht zum Nulltarif erbringen. So ist der Preisvorteil ganz schnell wieder dahin", warnte Fedderwitz. Ergänzend fügte er hinzu: "Der Patient in Deutschland hat klar definierte und einklagbare Ansprüche. Diese Rechtssicherheit hat er im Ausland sicher so nicht."
Grund zu dieser Warnung geben auch die Ergebnisse einer aktuell vorliegenden Studie des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung Rheinland-Pfalz.* Dieser hatte 60 Patienten mit im Ausland vorgenommener zahnprothetischer Versorgung begutachtet. Lediglich 23 Prozent der Patienten hatten einen hinsichtlich Planung und Qualität zufriedenstellenden Zahnersatz erhalten. Bei fast allen (97 Prozent) der begutachteten Einzelkronen war nach Prüfung der Gutachter die Notwendigkeit der Anfertigung zumindest fraglich. Brückenversorgungen wiesen in mehr als 50 Prozent der Fälle erhebliche Mängel auf. Der Kostenvorteil, den die Patienten sich vor Beginn der Behandlung errechnet hatten, entwickelte sich in vielen Fällen zum Kostennachteil.
Grundsätzlich haben deutsche Versicherte die Möglichkeit, Zahnärzte in den osteuropäischen Staaten aufzusuchen, die nun zur EU gehören, um sich hier gegen Rechnung behandeln zu lassen. Zu Hause erstattet die Krankenkasse die Kosten - allerdings nur für die Behandlungen, die auch hier erstattet werden, und nur bis zu der Höhe, die auch im Inland übernommen wird.
Dr. Fedderwitz: "Zahnersatz ist etwas anderes als ein Autoersatzteil. Das Vertrauensverhältnis, das der Patient zu seinem Zahnarzt aufbaut, ist eine wesentliche Voraussetzung für eine erfolgreiche und für den Patienten zufriedenstellende Zahnbehandlung. Wir raten unseren Patienten deshalb, sich auch weiterhin kontinuierlich von ihrem Zahnarzt in der Nähe behandeln zu lassen. Damit steht zahnmedizinisch kompetente Hilfe auch kurzfristig in Notsituationen zur Verfügung."
Für Ihre Rückfragen:
Dr. Reiner Kern, Leiter Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Tel.: 030 - 28 01 79 27
Constanze von der Schulenburg, Pressereferentin Tel.: 030 - 28 01 79 27
*) Chr. Baulig, U.Weibler-Villalobos, I. Körner, F. Krummenauer: "Evaluation von Ergebnisqualität und Kosteneffektivität zahnärztlich-prothetischer Versorgungen im (Nicht-EU-) Ausland". Ver-öffentlicht in: Deutsche Zahnärztliche Zeitschrift 95 (2004), S. 231 235
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